Steckverbinder Kontaktprobleme beheben

Modellunabhängige Basteleien oder allgemeine, modellübergreifende Probleme mit dem Elektrolurch.

Steckverbinder Kontaktprobleme beheben

Beitragvon schlumpf » Sa 27. Jun 2020

Zu dieser Frage hat mich ein Kollege hier aus dem Forum gebracht. Und ich wusste nicht wirklich was ich ihm antworten soll. Vielleicht habt ihr ja auch gute Ratschläge, Erfahrungen, Ergänzungen oder brauchbare Links?

Kurz zur Einleitung (wie ich die Sache sehe). Viele der (Fazer-)Steckverbinder sind ziemlich primitiv und nicht wasserdicht gekapselt. Das Basismaterial der Stecker ist Eisen (Vermutung) mit einer Beschichtung aus anderem Material um gute elektrische Übergänge zu erhalten. Durch Feuchtigkeit und Mikro-Vibrationen leidet diese Beschichtung über die Jahre und kann irgendwann Probleme bereiten.

Reinigen:
Durch erneutes Stecken wird schon mal "ordentlich geschabt" und als mittelfristige Hilfe vielleicht tauglich. Die Beschichtung wird dadurch natürlich nicht besser, aber möglicherweise reicht es in vielen Fällen aus. Es gibt auch spezielle Reiniger ("Kontakt 60" oder sowas), die sollen auch Oxidschichten entfernen.
Zu Schmirgelpapier würde ich nur als letztem Mittel greifen. Damit zerstört man die Oberflächen ziemlich sicher.

WD40 besteht aus Waschbenzin plus Öl. Das reinigt und hinterlässt einen Ölfilm. Das Öl wirkt isolierend und kann damit Elektrokorrosion unterbinden. Zum Öl/Fett später mehr.

Spezielles Kontaktfett ist leitfähig. Es darf und soll auf die Kontaktflächen kommen, und auch nur dort. Der Fettanteil verhindert dass Feuchtigkeit (zu schnell) eindringen kann. Die Kontaktflächen werden verbessert. Klingt für mich sehr vielversprechend.

Polfett und Silikonfett sind isolierend. Und damit haben sie auf den Kontaktflächen eigentlich nichts zu suchen. Höchstens aussen drumherum um Feuchtigkeit abzuhalten.
Es soll aber Fette geben die es den Mikro-Erhebungen auf den Kontaktflächen erlauben sich trotzdem zu treffen. Ob WD40 das auch kann? Es wurde sicherlich nicht dafür erfunden..
Hier sehe ich das Dilemma, bzw meine Ahnungslosigkeit. Welche Öle/Fette sind bei elektrischen Kontakten verwendbar?

Also, einen völlig verranzten Stecker wird man nur kurzfristig reanimieren können. Aber was nimmt man in leichteren Fällen? Oder als vorbeugende Massnahme? Gibt es seriöse Mittelchen?
Welche Empfehlungen habt ihr?

Edit:
Links:
WD-40 classic
Klüber Lubrication Infoblatt
AUTOL TOP 2000
Electrolube Contact Treatment Grease
Zuletzt geändert von schlumpf am Sa 27. Jun 2020, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Steckverbinder Kontaktprobleme beheben

Beitragvon Bierbledl » Sa 27. Jun 2020

Ich hab den Kabelbaum einer einjährigen SMCR (wurde von nem Rotzlöffel im Winter gefahren und nie gewaschen) mit einer feinen Messingdrahtbürste "saniert".
Pin für Pin ausgepinnt, abgebürstet, mit salzwasserbeständigen Fett (AUTOL TOP2000) eingepinselt und zusammengesteckt.

Dasselbe mach ich auch mit den Rückleuchten, ABS- und Lichtstromstecker, sowie alle Steckverbindungen die ich irgendeann mal am LKW aufmach.
Bewährt sich seit Jahren und vielen, vielen Wintern....
In Memory of Roland, Ernst und Bernd :cry:
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Re: Steckverbinder Kontaktprobleme beheben

Beitragvon Juersche3000 » Sa 27. Jun 2020

Der Kollege war ich.

Da ich kein leitendes Fett hatte, bin ich jetzt so vorgegangen:

Ich hab mir eine kleine Schüssel untergestellt, und die Stecker-Orgie unter dem Tank ordentlich mit WD 40 Kontaktspray gereinigt.
Das Selbe mit den Steckern in der Frontverkleidung links.
Da ging ganz schön Schmodder weg.

Danach habe ich die Stecker zusammengesteckt, und von deren Rückseiten ein bisschen normales WD 40 draufgesprüht.
Ist sicher nicht optimal, aber so sollten sie zumindest nicht verrotten.

Das mit dem leitenden Fett hört sich gut an.
Man sollte dabei aber aufpassen, dass dadurch nicht zwischen den Pins Verbindung entsteht.
Müsste klappen, wenn man jeden einzelnen Pin mit einem kleinen Pinsel dünn einstreicht.

Ich werde mal sehen, was ich da auftreiben kann.
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