PowerCommander - Grundsatzfragen

Nicht modellspezifische Themen

PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Chris » Di 13. Mai 2014

Ich habe mal ein paar kurze Fragen zum PoCo. Ein Kumpel von mir hat ne Fireblöd samt PoCo - kennt sich damit aber nicht aus, weil er das alles "fertig installiert" gekauft hat. Welche Baujahr, Version etc. - weiß ich alles nicht.

1. Braucht der PoCo ne Dauerstromversorgung oder reicht Zündstrom?
2. Gibts beim PoCo auch Firmwareupdates?
3. So ne "Map" - muss die zBsp jährlich mal angepasst werden oder kann man damit ewig weiter fahren?
4. Das Kabel für den PC-Anschluss, ist das nur ein kabel (was ich selbst löten könnte), oder ist da Elektrik drin?
5. Gibt's vielleicht nen "PoCo-Service" beim Händler? Quasi 20€ und mal kurz updaten/einstellen lassen?

Fakt ist, daß ich von dem ganzen Gedöhns so gar keine Ahnung habe, Kumpel es auch nicht so mit Internet, Foren etc. hat und ich ihm aber helfen will, oder zumindest mal den richtigen Tipp geben möchte.

Da hier ja auch ab und an andere PoCo-Neulinge aufwarten könnte man hier ja auch nen kleine sticky-Thred draus machen.
Grüße Chris 8)

Natürlich kann man es sich auch einfach machen, aber das kann ja jeder.
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Waldheizer » Di 13. Mai 2014

Also ich versuch ein paar Fragen zu beantworten. Bin ja auch grad dabei, mich einzuarbeiten.

zu 1. Der PCV hat keine extra Stromversorgung. Der bekommt den Strom vom Kabelbaum über die Zwischenstecker. Er läuft also nur wenn die Zündung eingeschaltet ist und von der ECU 5V zur Verfügung stehen.
Wenn man das USB-Kabel anschließt, kommen die 5V vom Computer und man kann auch ohne Zündung auf die Maps etc. zugreifen.
Ausnahme ist das Autotune-Modul, das bekommt extra "12V geschaltet" , z.B. vom Rücklicht.

2. Ja. Im Menü der Software ist ein Punkt drin "update Firmware" hab ich aber noch nicht gemacht, warum auch, läuft ja alles.

3. Die Frage wäre, ob sich an den Grunddaten vom Motor was geändert hat, z.B. durch Verschleiß, andere Einstellungen bei nem Werkstattservice oder gewechselte Bauteile wie Drosselklappensensor etc. Dann müsste man die Kalibrierung im PCV evtl mal überprüfen. Eine neue Map, vom Tuner erstellt, könnte vielleicht auch paar "Prozentchen" bringen. Reine Spekulation meinerseits.

4. Das ist ein einfaches USB-Kabel mit Stecker Typ A (Computer) auf Mini-B (PCV), sonst nix.

5. Service? Keine Ahnung. Aber wenn er läuft, warum Updates holen? Einstellen muss man sowieso mit dem Motorrad zusammen.

Verbessert mich, wer mehr weiß :mrgreen:
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon zefix » Di 13. Mai 2014

Ich bin beruflich im Enterprise-IT-Sektor tätig.

Firmware-Updates sind prinzipiell sinnvoll und (oftmals) nötig.
Allerdings sollte man die Änderungen zur Vorversion hinterfragen und feststellen, ob es sich für sein PoCo Device lohnt oder es gar unumgänglich ist.
Die meisten Hersteller bieten ein Changelog zur Vorversion an, ob es beim PoCo auch so ist weiß ich leider nicht.

Wenn die Kiste mit der custom Map perfekt läuft und neue Firmwarefeatures bzw. Bugfixes keine Bedeutung haben, kann man sich das Firmwareupdate eigentlich sparen. Vor allem dann nicht, wenn nicht sichergestellt ist, das man das Device auch wieder zurück auf die Ausgangsversion patchen kann.

PS: Super Video zum Einbau und Anschluss des Powercommanders in der Fazer/FZ-1, evtl für einen Sticky:



PPS: Die Frage kommt zB öfter: Lassen sich amerikanische Maps in "european Models" verwenden ? -> Nein - sind für andere Treibstoffstandards ausgelegt.
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Chris » Di 13. Mai 2014

Und ich dachte immer, daß gerade beim Treibstoff das Ding flexibel reagiert, schliesslich finden da meines Wissens auch dynamisch Anpassungen aufrgund der Werte der Lambdasonde statt.
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon zefix » Di 13. Mai 2014

:nixweiss:
Das ist die Aussage die ich nach stundenlanger Recherche vor einigen Tagen aus fast jedem Forum rauslesen konnte.

Vielleicht reagieren unsere Fazers einfach nur sensibel auf Treibstoff aus geraubmordbrandschatztem "US-Konfliktrohöl" :mrgreen:
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Waldheizer » Di 13. Mai 2014

Chris hat geschrieben:Und ich dachte immer, daß gerade beim Treibstoff das Ding flexibel reagiert, schliesslich finden da meines Wissens auch dynamisch Anpassungen aufrgund der Werte der Lambdasonde statt.


Der PCV alleine macht das nicht.

Ein PCV alleine verändert nach Vorgaben in der Map (in den Maps) die Einspritzdauer der Einspritzventile, er verändert also die eingespritze Menge Benzin. Wo diese Vorgaben herkommen ist dem PCV erstmal Wurst und die Map wird auch nichtmehr verändert.

Normaler Ablauf wäre, PCV einbauen (lassen), auf den Prüfstand stellen. Am Prüfstand wird gleichzeitig das Abgas gemessen und dabei alle Drehzahlen und Laststellungen durchgefahren. Das Mapping errechnet sich dann aus der Qualität des Abgases und wird in Form von veränderten, auf den optimalen Wert angepassten, Einspritzzeiten (+/- in Prozent) in den PCV geschrieben.

Außer: Man kauft sich dazu das Autotune-Modul mit Breitbandlambdasonde. Das ist ein kleines Extrasteuergerät, mit CAN-Bus-Verbindung zum PCV, welches mit der Breitbandsonde die Quali des Abgases während der Fahrt misst, mit einer Zielwerttabelle vergleicht und eine Veränderung des PCV-Mappings vorschlägt. Wieder zu Hause, kann man jetzt diesen Vorschlag akzeptieren und er wird mit dem vorherigen Map verrechnet.
Problem dabei ist aber, 1. man fährt nicht alle alle Gasstellungen in jeder Drehzahl, wie auf dem Prüfstand. 2. Die Messung der Breitbandsonde kann fehlerhaft sein wodurch in bestimmten Bereichen seltsam große Ausschläge im Mapping entstehen, welche man rauskorrigieren muss/sollte. 3. man sollte schon wissen was man macht, bzw. vorsichtig mit den Werten umgehen, 4. man ist sich nie sicher, wie genau das ganze überhaupt Funktioniert.
Die Zeilwerttabelle (Target AFR), kann man ändern, so wäre z.B. auch ein Spritsparmapping möglich.
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon zefix » Di 13. Mai 2014

Waldheizer hat geschrieben:2. Die Messung der Breitbandsonde kann fehlerhaft sein wodurch in bestimmten Bereichen seltsam große Ausschläge im Mapping entstehen, welche man rauskorrigieren muss/sollte. 3. man sollte schon wissen was man macht, bzw. vorsichtig mit den Werten umgehen, 4. man ist sich nie sicher, wie genau das ganze überhaupt Funktioniert.


Einen fundierten Beitrag zum Thema Lambdasonde mit fehlerhaften Werten und deren Sprünge findet sich hier: http://www.bdperformance.net/autotune_selfmapping.html

Gehört auch zu den Grundsatzfragen eigentlich :wink:
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Chris » Di 13. Mai 2014

Bor, was kompliziert. Am Ende kann man mit dem Mopped sogar noch fahren :irre:
Aber letztlich ist das Konzept schuld. Der PoCo verändert nur den Käse der aus dem ECU kommt und ersetzt ihn eben nicht komplett. Richtig?
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon zefix » Di 13. Mai 2014

Was ? Fahren ? Mitm Moped ? Niemals :D

Das Problem mit dem Motorlauf bei defekter Lambdasonde müsste auch ohne PoCo auftreten.
Das Autotune Modul interpretiert die Werte halt auch falsch und "tunt" ebenso falsch.

Wenn die Messwerte der Sonde verfälscht sind dann kann die ECU oder der PoCo noch so gut sein :lol:
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Waldheizer » Di 13. Mai 2014

zefix hat geschrieben:Gehört auch zu den Grundsatzfragen eigentlich :wink:


Stimmt, ich hatte das auch schon vorher gelesen und muss die Ausschläge im Mapping bestätigen. (aber nicht vergessen, wer sowas schreibt ;) )

Ich mach mir die "erfahrenen" Maps gern mit nem 3D-Diagramm in Exel sichtbar. Da kann man sowas (Ausschläge) am Besten erkennen.
Auch wird da sichtbar, daß man nur bestimmte Bereiche abfährt, der Rest bleibt bei Null.
Dateianhänge
Beispiel_Autotune_Vorschlag_1.Runde.jpg
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Waldheizer » Di 13. Mai 2014

Chris hat geschrieben: Der PoCo verändert nur den Käse der aus dem ECU kommt und ersetzt ihn eben nicht komplett. Richtig?

so siehts aus :spitze:

Die Frage, die mich grad noch beschäftig ist aber: Wie bring ich die ECU dazu, ohne Lambdaregelung, einen ruhigen/unkorrigierten Grundwert auszugeben. Weil, so wie der Smartkiller im anderen Fred ja schon gezeigt hat, fettet die ECU auch mit O2-Eli weiter an. Die ECU wartet also auf den Spannungssprung der Ori-Sonde (die ja ausgebaut ist), als Zeichen das man jetzt fett genug ist.
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon zefix » Di 13. Mai 2014

Powercommander.de hat geschrieben:Der O2-Sensor-Eliminator ersetzt die Lambdasonde über den Originalstecker und meldet den erwarteten Optimalwert an die Einspritzanlage. Dadurch wird ein Nachregeln vermieden, es kommt nicht zu Fehlermeldungen und Abstimmungsarbeiten im unteren Drehzahlbereich werden effektiv umgesetzt.


Kann mir das nur so erklären das der PoCo hier "interveniert" und seine Map durchzieht und der ECU die Lambdawerte vorgaukelt, oder gleich sagt "Alles im grünen".
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Re: PowerCommander - Grundsatzfragen

Beitragvon Michel1973 » Sa 17. Mai 2014

Ich habe auch einen Poco V bei mir verbaut...
es macht auf jeden Fall sinn das Fahrzeug nach dem Einbau bei einem speziallisten individuell abstimmen zu lassen.
Bei mir war es so das ich mit dem Poco und einem Ixil Schalldämpfer mit einer vorkonfigurierten Map eine Leistung von 130 PS hatte...und nacher mit einer angepassten Map 141 PS.
Natürlich lief das Mopped auch mit der ersten Map......aber halt nicht optimal.
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